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Stichwörter: MusikdownloadMP3
Wednesday, 19. March 2008

Musik vom Digital-Händler: Guter Klang und leicht kopierbar

Köln/Hamburg (dpa/tmn) - Einer der wichtigsten Körperteile von Musikfans ist der Zeigefinger - zum Durchblättern von CDs oder auch Platten. In dieser Hinsicht müssen die Soundliebhaber nicht umdenken, sollte es irgendwann nur noch Downloadshops geben.



Songs aus dem Rechner: Downloadshops für Musik spielen eine immer größere Rolle. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Tatsache ist: Das Herunterladen von Musik wird immer wichtiger. Eine zunehmend größere Rolle spielen Dateien ohne Kopierbeschränkungen. Auch auf den Klang wird verstärkt geachtet, nicht zuletzt zugunsten von Klassikfreunden.

Vom 1. April an wird «nowdio.de» - ein Ableger von 7digital - erreichbar sein. «Das ist ein Shop, der sich allein auf MP3s konzentriert und in dem es kein DRM geben wird», sagt Produktmanager Carsten Schumacher. DRM steht für Digital Rights Management - «kein DRM» bedeutet: Der Nutzer kann heruntergeladene Songs beliebig oft brennen sowie auf beliebig vielen Rechnern und MP3-Playern abspielen.

Die Songs werden mit durchschnittlich 256 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) angeboten, also in recht hoher Qualität. Schrittweise sollen die Bitraten auf 320 kbit/s erhöht werden. Die Preise werden sich an denen bei «7digital.de» orientieren. Dort kostet etwa der aktuelle Song «Supernatural Superserious» von R.E.M. 99 Cent. Der «alte» Shop wird weiterbetrieben - dort gibt es auch anderen Formate, etwa AAC.

Der Shop «Amazon MP3» wird künftig unter «amazon.de» zu finden sein. «Kunden können davon ausgehen, dass sie ein DRM-freies Format in hoher Qualität kriegen», so Sprecherin Christine Höger. Die «hohe Qualität» dürften die 256 kbit/s sein, mit denen die Musik im US-Shop angeboten wird - das Format MP3. Wann es losgeht, sagte Höger nicht. In den USA kosten die meisten Songs 89 oder 99 US-Cent, Alben 5,99 bis 9,99 US-Dollar (9,99 Dollar = 6,58 Euro; Stand 4. März).

Mit solchen Preisen darf in Deutschland eher nicht gerechnet werden. So gibt es etwa bei «musicload.de» zwar Alben ab 7,95 Euro, aktuelle kosten aber 9,95, manche mehr. Songs gibt es im Shop der Telekom ab 0,79 Cent. Neue Hits schlagen oft mit 1,29 Euro zu Buche. Derzeit stehen drei Viertel der Musicload-Songs als WMA-Dateien mit einer Bitrate von 128 kbit/s bereit. Das übrige Viertel entfällt auf MP3s mit 256 kbit/t. Die MP3-Dateien sind DRM-frei, bei den WMAs gibt - je nach Rechteinhaber - unterschiedliche Beschränkungen.

Apples' iTunes-Store arbeitet nur mit AAC-Dateien. Auch hier wird zwischen DRM-freier Musik und solcher mit eingeschränkten Rechten unterschieden. «Eingeschränkt» bedeutet hier etwa: Einzelne Downloads können beliebig oft gebrannt werden, Playlisten nur fünfmal. «Wir arbeiten daran, möglichst viele Songs DRM-frei anzubieten», so Apple-Sprecher Georg Albrecht. Wo das gelingt, kommt es den Kunden beim Klang zugute: Stücke ohne DRM werden mit 256, die anderen nur mit 128 kbit/s angeboten. Auf den Preis hat die Rechtefrage dagegen keinen Einfluss: Ein Song kostet 99 Cent, ein Album meist 9,99 Euro.

Wer bei Apple Musik kaufen will, braucht iTunes. Auch Napster-Kunden benötigen eine Software. Unter «napster.de» setzt man stark auf Flatrates: die Erlaubnis, sich für Monatspauschalen - hier 9,95 oder 14,95 Euro - zu bedienen. Bei «Napster Light» kostet ein Song 99 Cent, Alben ab 9,95 Euro. Dafür gibt es WMAs mit 192 kbit/s. Einzelne Songs dürfen beliebig oft, Playlists siebenmal gebrannt werden.

Voll auf den Klang setzt die Deutsche Grammophon in dem Ende 2007 gestarteten Portal «dgwebshop.com». Den digitalisierten Katalog des Labels gibt es ausschließlich mit 320 kbit/s - als DRM-freie MP3s. Einzeltitel kosten 1,29 Euro, Alben 10,99 oder 11,99 Euro. Zur Auswahl stehen rund 2400 Alben und Boxsets. Darunter sind auch fast 600 Alben, die nicht mehr auf CD zu haben sind.


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